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Der Himmel des Tages, an dem die Menschheit die Lüfte Eroberte

Datum:17 Dezember 1903
Ort:Kitty Hawk, North Carolina, USA
Koordinaten:36.0148, -75.6677
Kategorie:Weltraum

Am 17. Dezember 1903, um 10:35 Uhr morgens, auf den windgepeitschten Dünen von Kitty Hawk in North Carolina, legte sich Orville Wright bäuchlings an die Steuerung des Flyers und erhob sich für 12 Sekunden in die Luft, wobei er 37 Meter zurücklegte. Dieser fragile, kurze Flug veränderte das Schicksal der Menschheit für immer. Diese Sternenkarte fängt das Himmelsgewölbe ein, wie es sich an jenem Wintermorgen über den Dünen erstreckte — der Himmel, den die Menschheit erobern sollte.

Historischer Kontext

Am Morgen des 17. Dezember 1903 wehte der Wind mit fast 40 Stundenkilometern über die Dünen von Kill Devil Hills nahe Kitty Hawk in North Carolina. Das Thermometer zeigte kaum null Grad Celsius an. Gefrorene Pfützen übersäten den grauen Sand. Fünf Zeugen — drei Rettungsmänner der Küstenstation, ein örtlicher Geschäftsmann und ein Junge — standen mit tief in die Taschen gesteckten Händen da, skeptisch gegenüber diesem seltsamen Apparat aus Holz und Leinwand auf einer hölzernen Startschiene.

Orville und Wilbur Wright, zwei Fahrradhersteller aus Dayton, Ohio, arbeiteten seit vier Jahren an ihrem scheinbar unmöglichen Traum: eine Maschine schwerer als Luft mit Hilfe eines Motors zum Fliegen zu bringen. Sie hatten in ihrer Werkstatt einen selbstgebauten Windkanal errichtet, mehr als 200 Flügelprofile getestet, die Flügelverwindung zur Seitensteuerung erfunden und einen 12-PS-Benzinmotor konstruiert, der kaum 80 Kilogramm wog. Jedes Detail des Flyers war berechnet, gemessen und neu durchdacht worden. Dies waren keine Träumer — es waren methodische Ingenieure, die nacheinander die Probleme gelöst hatten, die die größten Köpfe ihrer Zeit für unlösbar hielten.

An jenem Morgen warfen die beiden Brüder eine Münze, um zu bestimmen, wer als Erster fliegen würde. Orville gewann. Er legte sich bäuchlings auf die untere Tragfläche des Doppeldeckers, seine Hüften in einer Wiege befestigt, die mit den Verwindungskabeln verbunden war. Wilbur stand an der Spitze der rechten Tragfläche, bereit, das Fluggerät beim Start zu stabilisieren. Um 10:35 Uhr löste Orville das Haltekabel. Der Flyer begann auf seiner Schiene zu rollen, zunächst langsam, dann immer schneller. Wilbur rannte nebenher und hielt die Flügelspitze. Nach etwa 12 Metern Rollstrecke verließ der Flyer die Schiene und erhob sich in die Luft.

Zwölf Sekunden. Siebenunddreißig Meter. Der erste motorisierte, kontrollierte Flug der Menschheitsgeschichte dauerte weniger Zeit, als man braucht, um diesen Absatz zu lesen. Das Fluggerät schaukelte im Wind, stieg und sank ruckartig, bevor es auf dem Sand aufsetzte. Aber es hatte geflogen. Ein Mensch hatte sich an den Steuerungen einer Maschine allein durch die Kraft eines Motors und den Auftrieb zweier Flügel von der Erdanziehung losgerissen.

Die Brüder unternahmen an diesem Tag drei weitere Flüge. Der letzte, von Wilbur gesteuert, dauerte 59 Sekunden und legte 260 Meter zurück. Dann wurde der Flyer von einer Windbö umgeworfen und irreparabel beschädigt. Er würde nie wieder fliegen. Aber das spielte keine Rolle mehr.

Welchen Himmel betrachteten die Wrights von ihren Dünen an jenem Dezembermorgen? Die winterliche Sonne North Carolinas war einige Stunden zuvor aufgegangen und tauchte die Landschaft in ein flaches, goldenes Licht. Obwohl die Sterne bei Tageslicht nicht mit bloßem Auge sichtbar waren, bildete das Himmelsgewölbe über Kitty Hawk ein bemerkenswertes Tableau. Die Sonne stand tief am südöstlichen Horizont, im Sternbild Schütze. Der Mond, im letzten abnehmenden Viertel, schwebte blass am Morgenhimmel, ein durchscheinender Geist über dem Atlantik.

Am Nachthimmel, der diesem historischen Morgen vorausgegangen war, beherrschte Orion, der Jäger, das Firmament, sein Gürtel aus drei Sternen über dem Ozean geneigt. Sirius, der hellste Stern am Nachthimmel, loderte im Südosten mit durchdringendem blauweißem Glanz. Die Zwillinge, Kastor und Pollux, hielten am Zenit Wache. Das Sternbild Stier mit dem roten Auge des Aldebaran stand hoch am Himmel. Die Plejaden, jener kleine Haufen schimmernder Sterne, leuchteten wie eine Handvoll Diamanten, auf schwarzen Samt gestreut. Jupiter, prachtvoll in den Fischen, beherrschte den westlichen Himmel.

Die Ironie ist erhaben: Diese zwei Männer, die zu einem Himmel aufblickten, der von Sternen bevölkert war, die die Namen mythischer geflügelter Helden trugen — Pegasus, der Adler, der Schwan —, standen kurz davor, zu verwirklichen, wovon die Menschheit seit dem Mythos des Ikarus geträumt hatte. Aber anders als Ikarus waren sie nicht zu nah an die Sonne geflogen. Sie waren bescheiden, vorsichtig, wissenschaftlich geflogen — 37 Meter in drei Metern Höhe. Und genau diese Bescheidenheit machte ihre Leistung so revolutionär.

Sechsundsechzig Jahre später, fast auf den Tag genau, sollte Neil Armstrong den Fuß auf den Mond setzen. Derselbe Himmel, der den Flyer über den Dünen von Kitty Hawk hatte taumeln sehen, würde die Menschheit auf einem anderen Himmelskörper wandeln sehen. Die Distanz zwischen jenen 37 Metern Sand und den 384.400 Kilometern zwischen Erde und Mond ist schwindelerregend — aber der erste Schritt war der schwerste. An jenem Dezembermorgen 1903, unter einem grauen, vom Atlantikwind durchfegten Himmel, bewiesen zwei Brüder, dass der Himmel keine Grenze ist, sondern eine Einladung.

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