Der Himmel der Nacht der Königlichen Hochzeit von William und Kate
Am 29. April 2011 heiratete Prinz William von Wales Catherine Middleton in der Westminster Abbey, beobachtet von zwei Milliarden Zuschauern weltweit. Diese Sternenkarte fängt das Firmament ein, wie es an jenem Abend über London leuchtete — ein Frühlingshimmel, der über die Feierlichkeiten einer ganzen Nation wachte, vom Vorplatz der Abtei bis zum Balkon des Buckingham Palace.
Historischer Kontext
Am 29. April 2011 erwachte London in einer Atmosphäre fieberhafter Aufregung. Seit dem Morgengrauen hatten sich Hunderttausende entlang des Mall aufgestellt, jener majestätischen Allee, die den Trafalgar Square mit dem Buckingham Palace verbindet und für diesen Anlass in ein Band aus Union-Jack-Flaggen und Frühlingsblumen verwandelt worden war. Die Bäume am Straßenrand waren mit Girlanden geschmückt, und die Luft vibrierte vor freudiger Erwartung, die an die großen Stunden der britischen Monarchie erinnerte.
Um elf Uhr präzise stieg Catherine Middleton, gekleidet in ein Spitzenkleid von Sarah Burton für Alexander McQueen, aus dem königlichen Rolls-Royce Phantom VI und schritt am Arm ihres Vaters Michael Middleton die Stufen der Westminster Abbey hinauf. Ihre Schleppe maß 2,7 Meter, und ihr Schleier aus Seidentüll wurde von einer Cartier-Halo-Tiara von 1936 gehalten, die Königin Elizabeth II persönlich verliehen hatte. Im Inneren der Abtei erhoben sich 1.900 Gäste — Staatsoberhäupter, Mitglieder europäischer Königshäuser, Prominente und enge Freunde — bei ihrem Einzug.
Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, leitete die Zeremonie in dieser tausendjährigen Abtei, in der die Könige und Königinnen Englands seit 1066 gekrönt werden. Die Stimmen des Abtei-Chors erhoben sich unter den gotischen Gewölben, und die Musik hallte in heiliger Stille wider. William, in der roten Uniform der Irish Guards, erwartete seine Braut vor dem Altar, sichtlich bewegt. Der Austausch der Gelübde wurde von zwei Milliarden Fernsehzuschauern weltweit verfolgt — das größte Fernsehereignis des Jahres 2011 und eines der meistgesehenen der Geschichte.
Nach der Zeremonie fuhr das königliche Paar in der Staatskutsche von 1902, gezogen von vier weißen Pferden, den Mall entlang, unter dem Jubel einer begeisterten Menge. Dann kam der Moment, auf den die ganze Welt gewartet hatte: der Kuss auf dem Balkon des Buckingham Palace. William und Catherine erschienen unter dem Jubel von 500.000 Menschen, die sich vor dem Palast versammelt hatten, und die Royal Air Force ehrte das Brautpaar mit einem Überflug, der einen Lancaster-Bomber, zwei Spitfires und zwei RAF Typhoons umfasste.
Aber was war am Londoner Himmel an jenem Abend zu sehen? Der englische Frühling hatte einen bemerkenswert sonnigen Tag beschert — eine Seltenheit für einen Londoner April. Als die Nacht über die Hauptstadt hereinbrach, enthüllte der Himmel Ende April seine Schätze. Das Sternbild Löwe thronte hoch am Südhimmel, Regulus glänzte wie ein königlicher Diamant, als ob die Sterne selbst der Krone Tribut zollten. Arktur, der Wächter des Bärenhüters, stieg im Osten auf, sein orangefarbener Schein bildete einen auffallenden Kontrast zum tiefen Blau von Spica in der Jungfrau, tiefer am Horizont.
Der Große Bär zeichnete seinen majestätischen Bogen über London, seine sieben Sterne formten eine Figur, die den Briten so vertraut ist, dass sie zum nationalen Erbe zu gehören scheint. Verlängerte man die beiden Kastensterne, fand man Polaris, den Nordstern, unveränderlichen Hüter der Weltachse, wie die Monarchie sich als Hüterin der nationalen Kontinuität versteht. Saturn leuchtete in der Waage und fügte dem himmlischen Tableau seinen planetaren Glanz hinzu.
Die Feierlichkeiten dauerten bis tief in die Nacht. Ein Galadinner im Buckingham Palace, ausgerichtet von Prinz Charles, vereinte 300 Gäste. Dann ließ eine private Party, organisiert von Prinz Harry, die jüngeren Gäste bis in die frühen Morgenstunden tanzen. Feuerwerke erhellten den Londoner Himmel, ihre Lichtblitze vermischten sich mit dem Sternenlicht in einem Schauspiel, das sowohl die Liebe eines Paares als auch die Geschichte einer tausendjährigen Institution feierte.
Diese königliche Hochzeit war weit mehr als eine Zeremonie: Sie war ein Moment der nationalen und globalen Gemeinschaft. Millionen von Straßenfesten wurden im gesamten Vereinigten Königreich organisiert, in der Tradition der Nachbarschaftsfeiern, die große königliche Ereignisse seit dem Jubiläum von Königin Victoria begleiten. Großbildschirme wurden im Hyde Park, am Trafalgar Square und in Großstädten im ganzen Land aufgestellt. In Sydney, Toronto und New York versammelten sich Fans der königlichen Familie im Morgengrauen vor den Fernsehern, um nichts zu verpassen.
Catherines Kleid wurde augenblicklich zu einem der meistkopierten Brautkleider der Geschichte. Wetten auf die Identität des Designers hatten wochenlang die Gespräche beherrscht. Als die Enthüllung kam — Alexander McQueen —, explodierten die Internetsuchen nach dem Modehaus um 3.000 Prozent. Der Brautstrauß, bestehend aus Maiglöckchen, Hyazinthen und Myrte — eine königliche Tradition, die auf Königin Victoria zurückgeht —, wurde am nächsten Tag am Grab des Unbekannten Soldaten in der Abtei niedergelegt.
Unter den Sternen jenes Aprilabends 2011 begann eine neue Ära der britischen Monarchie. Das Paar, das sich 2001 an der University of St Andrews kennengelernt hatte, das 2007 eine viel beachtete Trennung durchlebt hatte und das seine Beziehung jahrelang abseits der Öffentlichkeit gepflegt hatte, trat nun als Herzog und Herzogin von Cambridge in die Geschichte ein. Die Sterne über Westminster in jener Nacht waren die stillen Zeugen eines modernen Märchens, das eine Tochter der britischen Mittelschicht mit einem zukünftigen König vereinte.